... brachte Michael Reinboth die Ansiedlung seines Unternehmens,
der DHL, im Norden Leipzigs auf den Punkt. Die MIT hatte zum Sommerfest am 9.
September 2008 den Geschäftsführer eingeladen, um einiges über
die Auswirkungen der Errichtung des Luftfrachtdrehkreuzes zu erfahren, und die
rund 170 Gäste wurden nicht enttäuscht. Zunächst nannte Michael
Reinboth die Gründe, die dazu führten, dass ausgerechnet Leipzig den
Zuschlag für die Investition erhalten hatte:
Lob erhielt auch die Verwaltung; die Genehmigungsverfahren seien so zügig abgewickelt worden, dass nach den im Jahr 2005 vorgelegten Planungsunterlagen bereits in 2006 mit den Erschließungsarbeiten begonnen werden konnte. Nach 9monatiger Bauzeit konnte bereits die Technik als Herzstück des Logistikzentrums installiert werden. Nach einer Testphase ab Herbst 2007 sei nun seit April 2008 mit der Verlegung aller Flüge von Brüssel nach Leipzig der volle Betrieb aufgenommen.
"300 Millionen Euro Investitionskosten für derzeit 2200 Arbeitskräfte, wir gehen davon aus, dass maximal 3500 erreicht werden. Dieser Einsatz pro Arbeitsplatz ist beispielgebend." Michael Reinboth fügte hinzu, dass hier insbesondere für gering qualifizierte Menschen der Einstieg ins Arbeitsleben möglich wurde. 80 % der Beschäftigten in der DHL HUB, in der der Umschlag und die Abfertigung stattfinden, waren aus der Arbeitslosigkeit gekommen. In der DHL EAT würden vorwiegend Piloten und über 100 Mechaniker beschäftigt; "Hier haben wir einen besonderen Effekt," betonte der Gastredner nicht ohne Stolz "Schon bei den Bewerbungsgesprächen war mir aufgefallen, dass die sich zwar aus entfernten Wohnorten heraus beworben hatten, ihrem Dialekt nach jedoch deutlich der Region zugeordnet werden konnten." Das heißt, viele durchaus hochqualifizierte "Heimkehrer" hätten die Chance genutzt, über diesen Arbeitsplatz in ihre Heimat zurück zu kehren.
Mit einem Märchen räumte der Geschäftsführer auf, indem er auf das Lohnniveau zu sprechen kam. Mit der Gewerkschaft Verdi seien alle Löhne und Gehälter ausgehandelt worden; zwischen 8,50 € und 12,00 € ohne Zulagen liegen die Löhne, zudem seien die Vollzeitarbeitsplätze mit unbefristeten Arbeitsverträgen gesichert. "Wir haben ca. 100 Arbeitskräfte, die nur 22 Stunden in der Woche arbeiten, aber das sind Leute, für die diese Arbeit ein Zweitjob ist oder es handelt sich um Studenten, die sich etwas hinzu verdienen müssten. Darüber hinaus erhielten alle einen Bonus über 400 € für die Benutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs.
Natürlich kam der Redner auch auf das Thema Lärm zu sprechen. "Die Flieger müssten nachts fliegen; denn der Rest arbeitet tagsüber. Wir müssen uns in diesem Geschäft dem Arbeitsrhythmus der meisten Betrieb anpassen, gegen 19:00 Uhr wird das Transportgut von dem einen angeholt und am nächsten Morgen um 7:00 Uhr muss es bei dem anderen sein." Dass sich in den Nachtstunden Fluglärm nicht vermeiden lässt, sei dann folgerichtig. Jedoch würde das Unternehmen weiterhin Maßnahmen durchführen, die die Situation leichter machten, einige Beispiele:
Abschließend betonte Michael Reinboth, die
"Logistik als Chance für die Region" zu begreifen. Es handele
sich hier um eine zukunftsträchtige Branche und Leipzig habe große
Chancen, einen erheblichen Teil des Kuchens abzubekommen. Mit DHL werden Verarbeiter
kommen oder vorhandene sich weiterentwickeln und damit Perspektiven zur weiteren
Reduzierung der Arbeitslosigkeit bieten. Nachdrücklich mahnte der Redner
hierzu ein Netzwerk für Logistik an.
Die Zuhörer hatten jedoch eins begriffen: die Stärken der Region liegen
in der ausgezeichneten Infrastruktur in Verbindung von Straße, Bahn und
Luft. Und da kann noch einiges erwartet werden und weitere Hoffnungen im Hinblick
auf den Mittelstand erfüllen.
Siegrun Seidel