Podiumsdiskussion der MIT Leipzig: „Mehr Planungssicherheit durch klare energiepolitische Entscheidungen!“

Zu einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion hatte der Landtagsabgeordnete Rolf Seidel im Auftrag der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Leipzig und in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Mittelständische Wirtschaft am 4. Oktober 2011 eingeladen. Das Thema „Deutschland vor der Energiewende“ sorgte für großes Interesse und somit für volle Zuschauerränge im Konferenzsaal der IHK zu Leipzig. Detlef Schubert führte als souveräner Moderator durch einen interessanten Abend.

 Hinsichtlich der Versorgungsstabilität machte Klaus Aha, Vorstandsmitglied von Vattenfall, gleich eingangs vor den etwa 100 Gästen deutlich, dass Versorgungssicherheit insbesondere durch größere  Energieeffizienz sicherzustellen sei. „Stabilität in der Stromversorgung ist künftig nur zu erreichen, wenn wir 25 % des jetzigen Stromverbrauches einsparen“, sagte Aha. Mit ausschließlich regenerativen Energien, könne der Energiebedarf keinesfalls gedeckt werden. Die Versorgungsschwankungen seien bei diesen Formen der Energieerzeugung noch viel zu groß und leider gäbe es derzeit noch keine wirtschaftlichen Lösungen für die Speicherung von Energie, erläuterte er.

 In diesem Zusammenhang könnte sich Carl-Ernst Giesting, Vorstandsvorsitzender der Envia M, künftig durchaus kleinteiligere Energieanlagen als Wachstumsfaktor vorstellen, während ihm Dr. Damm von den Leipziger Stadtwerken mit der Idee assistierte,  die Stadt Leipzig im Rahmen eines möglichen Modellprojektes als „Smart City“, das heißt als Niedrigenergiestandort zu etablieren.  

Alexander Großhäuser, Kaufmännischer Geschäftsführer der SHB Stahl- und Hartgusswerke Bösdorf GmbH verwies darauf, dass insbesondere die Industrie dringend auf Preisstabilität angewiesen sei. Sein Unternehmen befinde sich in weltweitem Wettbewerb, vor allem zu Unternehmen aus China und Indien. „Unser Vorteil besteht derzeit noch darin, dass wir über das bessere Know How verfügen. Als Großverbraucher von Energie haben wir hier in Deutschland jedoch den entscheidenden Nachteil der viel zu hohen Energiekosten. Wenn wir konkurrenzfähig bleiben wollen, brauchen wir zumindest stabile, also kalkulierbare Energiepreise“ forderte Großhäuser.

Aufgabe der Politik sei es, darin waren sich die Fachleute einig, künftig für mehr Klarheit bei den Entscheidungen und damit für dringend notwendige Planungssicherheit zu sorgen.

 Nach den Worten der CDU-Bundestagsabgeordneten Bettina Kudla sei sich die Politik dessen bewusst. Mit der Verabschiedung von insgesamt acht Gesetzen zur Energiewende habe man den, von der rot-grünen Bundesregierung begonnenen,  energiepolitischen Blindflug endlich beendet. „Unsere Aufgabe besteht nun darin, die Energiepolitik möglichst ausgewogen zu gestalten. Sichere Netze haben für uns eine ebenso hohe Priorität wie sichere Lebensbedingungen und bestmöglicher Klimaschutz“, betonte Bettina Kudla.  

Jörg Lorentz
Pressesprecher der MIT Leipzig